Brigitte Aulenbacher, Meinrad Ziegler (Hg.)

In Wahrheit ...

Herstellung, Nutzen und Gebrauch von Wahrheit in Wissenschaft und Alltag

 

„Kunst und kritischer Wissenschaft ist gemeinsam, dass sie ­verfestigte Fassaden des Alltagsbewusstseins aufzubrechen versuchen. Unter ihren Blicken wird fremd, was wir gewohnt sind, unbefragt für verlässliche Gegebenheiten

oder für Wahrheiten zu halten.“ (Regina Becker-Schmidt)

 

Unsere modernen Gesellschaften haben ein gespaltenes Verhältnis zur Wahrheit. Einerseits ist Wahrheit als traditioneller Wert anerkannt, ihre prinzipielle Bedeutung unumstritten. Andererseits sind wir in vielen praktischen Dingen überzeugt davon, dass ohne Schwindeleien und Täuschungen nichts geht.

Aber auch dann, wenn wir bei der Wahrheit bleiben wollen, tun sich neue Probleme auf. Es ist oft nicht einfach zu wissen, was wahr ist. Bürgt Wissenschaftlichkeit für Wahrheit? Oder sollen wir lieber unserer Erfahrung vertrauen, die oftmals ganz andere Wahrheiten bereithält? Schließlich leben wir mit einer Flut von Informationen, von denen wir nicht nur nicht wissen, ob sie wahr sind, sondern sogar wissen, dass sie nicht wahr sind, aber dennoch maßgeblich, für uns oder für andere.

Sich mit Wahrheit zu beschäftigen ist grundsätzlich und alltäglich, wissenschaftlich und gesellschaftspolitisch von brennendem Interesse. Die in diesem Buch versammelten Beiträge setzen sich kritisch mit diesem spannenden Thema auseinander.

 


 

Die AutorInnen und HerausgeberInnen:

 

Brigitte Aulenbacher

ist Soziologin und hat an den Universitäten Bielefeld, Frankfurt a. M., Dortmund, Bochum, Hannover und Göttingen gelehrt und geforscht. Seit 2008 ist sie Professorin für Soziologische Theorie und Sozialanalyse (unter besonderer Berücksichtigung der Gender-Dimension) im Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Gesellschafts­theorie, Methodologie, Geschlechter-, Rationalisierungs-, Arbeits- und Organisa­tionsforschung.

 

Johann Bacher

ist Professor für Soziologie und empirische Sozialforschung an der Johannes Kepler Universität Linz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Methoden der empirischen Sozialforschung, die Bildungsforschung sowie die Soziologie der Kindheit und des Abweichenden Verhaltens. In den Arbeitsschwerpunkten liegen zahlreiche Publikationen vor. Jüngst erschienen sind „Geschlechterunterschiede in der Bildungswahl“ (2008; gemeinsam mit Martina Beham und Norbert Lachmayr), „Umfrageforschung“ (2009; gemeinsam mit Martin Weichbold und Christof Wolf) und „Selected Research Papers in Education, Labour Market and Criminology“ (2009; gemeinsam mit Jaroslaw Gorniak und Marian Niezgoda).

 

Lena Berenberg-Goßler,

geb. 1992, hat ihre Volksschulzeit (1998-2002) in Leonding verbracht. Seit 2002 besucht sie das Bischöfliche Gymnasium Petrinum, ist also derzeit in der 8. Klasse. Seit 2008 ist sie als Schulsprecherin in der Schülervertretung tätig. Nebenbei engagiert sie sich im Schultheater und in der Schülerzeitung.

 

Dietmar Becker

ist freier Schriftsteller und Maler mit zahlreichen Ausstellungen und Veröffentlichungen und Dozent am Institut für Psychoanalytische Kunsttherapie Hannover sowie Mitarbeiter an der Kreativschule AuE e.V., Hannover; in dieser Kreativschule haben Langzeitpatienten aus der Psychiatrie die Möglichkeit, zu schreiben, zu malen, Musik zu machen und Theater zu spielen. 

 

Regina Becker-Schmidt

ist Professorin im Ruhestand. Bis 2002 war sie in Lehre und Forschung am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der Leibniz-Universität Hannover tätig. Ihre Schwerpunkte sind psychoanalytisch orientierte Subjekttheorie, Sozialpsychologie und Soziologie der Geschlechterverhältnisse. 

 

Johannes Duschl,

geb. 1982, Reifeprüfung am BRG Freistadt, ist MA-Student der Informatik an der Johannes Kepler Universität Linz und zugleich als Trainer im Bereich Alphabetisierung wie als Lehrer im Deutschunterricht für Kinder mit migrantischem Hintergrund an der VHS Linz und Oberösterreich tätig.

 

Christian Fleck,

Institut für Soziologie der Universität Graz. 1979 Promotion Graz, 1989 Habilitation Wien, 1993/94 Schumpeter Fellow Harvard University, 1999/2000 Fellow am Center for Scholars and Writers, The New York Public Library, 2008 Visiting Fulbright Professor University of Minnesota. Bücher: „Koralmpartisanen. Über abweichende Karrieren politisch motivierter Widerstandskämpfer“ (1986), „Der Fall Brandweiner. Universität im Kalten Krieg“ (1987), „Rund um ,Marienthal‘. Von den Anfängen der Soziologie in Österreich bis zu ihrer Vertreibung“ (1990), „Die verborgenen Kosten der Arbeitslosigkeit“ (1990), „Gefesselt vom Sozialismus. Studien zum Austromarxisten Otto Leichter“ (2000), „Transatlantische Bereicherungen. Zur Erfindung empirischer Sozialforschung“ (2007).

 

Ulrich Fuchs,

geboren in Neustadt/Waldnaab. Studium der Fächer Germanistik, Politik, Geschichte, Soziologie, Theaterwissenschaften. 1982 Promotion an der FU Berlin. 1984–2005 Lehraufträge an der Universität Bremen, 1993-1996 außerdem an der Universität Mainz, parallel dazu 1984–2003 Dramaturg am Bremer Theater. 2000–2004 Leiter des Studiengangs Musik- und Kulturmanagement an der Hochschule Bremen. Seit 2001 Lehraufträge an der Université d’Avignon. Seit 1998 in verschiedenen Funktionen beim Senator für Kultur in Bremen tätig. 2003–2005 Projektleiter im Team zur Vorbereitung der Bewerbung Bremens zur Kulturhauptstadt Europas 2010. Von 2005 bis Anfang 2010 war er stellvertretender Intendant von Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas.

 

Volker Gadenne

ist Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Johannes Kepler Universität Linz. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Wissenschaftstheorie der Sozialwissenschaften und die Philosophie des Geistes. Er ist Autor der Bücher „Wirklichkeit, Bewusstsein und Erkenntnis“ und „Philosophie der Psychologie“.

 

Sabine Hark,

Soziologin, Professorin für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der TU Berlin; letzte Monographie: Dissidente Partizipation. Eine Diskursgeschichte des Feminismus. Frankfurt am Main 2005.

 

Silvia Keller,

geb. 1973, ist seit dem Ende der 1990er Jahre für Kunst- und Kulturinstitutionen als Projektmanagerin tätig. Sie leitete mehrfach Projekte des Ars Electronica Festivals, so beispielsweise im Jahr 2002 das internationale Klangnetzwerk „Open Air Radiotopia“ oder 2005 die Ausstellung „Hybrid Creatures and Paradox Machines“. Von 2002 bis 2004 hatte Silvia Keller die Festivalkoordination des Berliner Medienkunstfestivals transmediale inne. Bei der documenta 12 (2007) war sie als Projektleiterin für zwei der Ausstellungsgebäude zuständig. Vor allem rund um Silvia Kellers Studium der Visuellen Mediengestaltung an der Kunstuniversität Linz entstanden eigene künstlerische Arbeiten, darunter schwerpunktmäßig Videoinstallationen und Kurzfilme. Von 2008 bis 2009 war sie Projektleiterin des Kepler Salon.

 

Laura Kepplinger,

geb. 1984, hat Soziologie an der Johannes Kepler Universität Linz studiert, ist jetzt Doktorandin an der sozialwissenschaftlichen Fakultät und Studentin der Theologie an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz. Sie engagiert sich an der österreichischen HochschülerInnenschaft Linz, insbesondere im Referat für Frauen- und Geschlechterpolitik. Schon während der Schulzeit ist sie in die Debatte um Bildung gerutscht und die Frage nach Sinn und Wert von Bildung in einer Gesellschaft beschäftigt sie während ihrer ganzen Studienzeit.

 

Andrea Tippe,

MSc, Linz/Österreich, OE 263 Organisationsberatung. Gruppen­dynamiktrainerin (ÖAGG), Groupworker (ÖAGG), (Lehr)Supervisorin (ÖAGG, ÖVS), postgraduales Studium Personal- und Organisationsentwicklung im Gesundheitswesen (Donau Universität Krems). Lehrbeauftragte an der Universität Innsbruck/Schloss Hofen zu Personal- und Organisationsentwicklung. 

 

Hartwig Skala,

geb. 1990, hat vier Jahre Volksschule in der Bertha von Suttner Schule, vier Jahre im Aloisianum absolviert. Bis 2009 war er Schüler im Bundesrealgymnasium Fadingerstraße. Von 2007 bis 2008 war er stellvertretender Schulsprecher, von 2008 bis 2009 Schulsprecher. Derzeit ist er Auszubildender. 

 

Meinrad Ziegler

ist Soziologe und als außerordentlicher Universitätsprofessor an der Johannes Kepler Universität Linz tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in Methodologie und Methoden der qualitativen Sozialforschung, der Biographieforschung und der Soziologischen Theorie.

 


 

 

Brigitte Aulenbacher, Meinrad Ziegler (Hg.)

In Wahrheit ...

Herstellung, Nutzen und Gebrauch von Wahrheit in Wissenschaft und Alltag

 

transblick Band 5

166 Seiten, EUR 19.90

ISBN 978-3-7065-4837-3

 

Broschur

 

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